Die Ursprünge der “Consultorios de Niños de Pecho y Gota de Leche” (zu deutsch: Praxen für Säuglinge und Milchtropfen) reichen bis in das 19. Jahrhundert in Frankreich zurück und es finden sich einige Personen und Schlüsselmomente.
Die erste Sprechstunde für Mütter, die man kennt, ist das „Hospital de la Caridad“ in Paris (Krankenhaus der Wohltätigkeit), welches 1892 durch den Franzosen Pierre Budin eröffnet wurde. Zusätzlich zu dieser Sprechstunde, in der man wöchentlich die Säuglinge untersuchte und wog, gründete Budin auch eine Schule für Mütter, um ihnen zu zeigen, wie man für ein Kind sorgt.
Zugleich gründete Dr. Variot (Professor der Kinderheilkunde im Kinderkrankenhaus von Paris und Verantwortlicher für die Ambulanz für arme Kinder in Belleville) eine Praxis für Säuglinge, in der er Mütter behandelte, die ihre Kinder nicht stillen konnten und er bot ihnen als Alternative künstliche Milch zum Stillen an.
Dr. León Dufour de Fecamps (Frankreich) organisierte den “Gota de Leche” (zu deutsch Milchtropfen), um künstliche Nahrung anbieten zu können, die die Mütter im Rahmen ihrer Möglichkeiten bezahlen. Der Name „Gota de Leche“ geht auf ein Gedicht des romantischen Poeten Alfred de Musset (1810-1857) zurück.
Desweiteren gibt es Gewissheit darüber, dass es Ende des 19. Jahrhunderts Einrichtungen gab, in denen Milch in Labors behandelt und im Autoklav in 15 Minuten bei einer Temperatur von 105 bis 115 Grad sterilisiert wurde.
Es dauerte nicht lang, bis auch in Spanien das erste „Consultorio de Niños de Pecho y Gota de Leche“ errichtet wurde. In Madrid geschah dies am 22. Januar 1904 durch Rafael Ulecia y Cardona (1850-1912). Um sich einen genauen Űberblick über die Praxis und die Ambulanz zu verschaffen, reiste er bis nach Budin und Belleville, mit dem Ziel, die Techniken zur „Vermutterung“ der Kuhmilch durch Milchzentrifuge, Zentrifuge und Sterilisator auch in seiner Institution einzusetzen.

Aufgrund dessen kann man sagen, dass Ulecia der erste Errichter von Einrichtungen dieser Art in Europa war, anerkannt auch auf dem „Internationalen Kongress der Gota de Leche“, welcher 1907 in Brüssel stattfand.
Es gab allerdings auch einen Vorgänger, Dr. Francisco Vidal Soares, welcher seit 1890 in Barcelona eine kostenlose Praxis für Säuglinge unterhielt, an die er künstliche Milch und Mehl verteilte, sowie Gemüse und Brot für unter 13-Jährige.

Die Idee, neue „Consultorios de Niños de Pecho y Gota de Leche“ zu gründen, weitete sich auf zahlreiche Städte Spaniens aus, wie zum Besipiel: Sevilla (1906), Bilbao (1906), Málaga (1906), Valladolid (1911), Granada (1916), Córdoba (1916), Salamanca (1919), Ciudad Real (1921) und Huelva (1922).